ANZEIGE
Beleidigungen auf dem Schulhof, verletzende Nachrichten im Klassenchat, heimlich aufgenommene Videos, die plötzlich die Runde machen: Fast jede:r zweite 14- bis 21-Jährige in Deutschland hat laut einer repräsentativen Online-Studie im Auftrag der Aktion Mensch bereits Mobbing erlebt. Besonders häufig passiert es in der Schule. Doch mit dem letzten Klingeln ist das Problem längst nicht vorbei.
Die Schule ist aus. Die Tasche landet in der Ecke, die Zimmertür fällt zu. Der Schultag ist vorbei. Zumindest sollte er das sein. Doch dann leuchtet das Smartphone auf. Eine Nachricht. Ein Foto. Ein Kommentar. Lachende Emojis.
Wie schwer es sein kann, dem Mobbing nach Schulschluss zu entkommen, weiß Jana Crämer aus eigener Erfahrung. Die Autorin und Influencerin wurde während ihrer Schulzeit selbst gemobbt. Sie beschreibt die besondere Dynamik von Cybermobbing so: „Cybermobbing macht nie eine Pause. Genau darin steckt die Verschärfung. Es gibt nie ein Ende. Das Display leuchtet nachts im eigenen Zimmer, Bilder werden gespeichert, Videos weitergeschickt, und am nächsten Morgen kennen noch mehr Menschen den Moment, den du am liebsten aus deinem Leben löschen würdest.“
Die Schule ist mit Abstand der häufigste Ort, an dem Jugendliche Mobbing beobachten: 88 Prozent nennen das schulische Umfeld. Bereits an zweiter Stelle folgt Cybermobbing mit 48 Prozent.
Quelle: Online-Befragung von 2.170 Jugendlichen zum Thema Mobbing, Aktion Mensch 2025.
Gerade online kann eine Situation schnell eine ganz neue Dynamik entwickeln. Ein Bild wird weitergeleitet, ein Video gespeichert, ein verletzender Kommentar geteilt – und plötzlich erreicht der Angriff Menschen, die mit der ursprünglichen Situation überhaupt nichts zu tun hatten.
Gleichzeitig zeigt die Studie ein grundsätzliches Problem im Umgang mit Mobbing: Knapp 80 Prozent der Betroffenen sprechen selten oder gar nicht über ihre Erfahrungen. Auch viele, die solche Situationen mitbekommen, schweigen – vor allem, weil sie glauben, dass es nichts verändert.
Wie wichtig es ist, hinzusehen und einzugreifen, weiß auch Model, Speaker und Content Creator Tony Eberhardt. Aufgrund seiner Hörbehinderung wurde er selbst über viele Jahre gemobbt. Heute möchte er jungen Menschen Mut machen, sich Unterstützung zu holen: „Wenn meine Geschichte dazu beiträgt, dass auch nur ein Kind den Mut findet, darüber zu sprechen, eine Lehrkraft genauer hinsieht, Eltern früher handeln oder politische Veränderungen angestoßen werden, dann hat all das, was ich erlebt habe, heute einen Sinn.“
Genau hier setzt die Kampagne #SagtNichtNichts der Aktion Mensch an. Sie macht sichtbar, was häufig verborgen bleibt: Jugendliche werden ausgegrenzt, beleidigt oder bloßgestellt – während Betroffene und diejenigen, die es mitbekommen, oft schweigen.
Die Kampagne will deshalb nicht nur Betroffene ermutigen, sich Unterstützung zu holen. Sie richtet sich auch an Freund:innen, Mitschüler:innen, Eltern und Lehrkräfte. Denn wer hinsieht, nachfragt oder Hilfe holt, kann dazu beitragen, eine Mobbing-Dynamik zu durchbrechen.
Die Aktion Mensch klärt aber nicht nur auf, als größte nicht-staatliche Förderorganisation in der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt sie zahlreiche Projekte in ganz Deutschland, die Jugendliche stark machen.
Als eine der vielen Maßnahmen gegen Mobbing hat die Aktion Mensch jetzt mit Kooperationspartnern auch eine Digitale Schulstunde zum Thema umgesetzt.
Wie können Schüler:innen Cybermobbing erkennen? Und was können sie dagegen tun? Genau darum ging es am 17. September bei der bundesweit größten digitalen Schulstunde gegen Cybermobbing. Unter dem Motto „Online gemobbt. Real verletzt. Gemeinsam gegen Cybermobbing!“ schalteten sich 2.194 Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis acht aus ganz Deutschland zu. Insgesamt waren 65.820 Schüler:innen angemeldet.
Veranstaltet wurde die Schulstunde von klicksafe, einer Initiative für mehr Sicherheit und Medienkompetenz im Internet, gemeinsam mit der Aktion Mensch und der Nummer gegen Kummer. Eine Schulklasse war im Media:TURM in Ludwigshafen vor Ort, alle anderen nahmen digital teil.
Mit dabei war auch Model, Speaker und Content Creator Tony Eberhardt, der aufgrund seiner Hörbehinderung selbst über viele Jahre Mobbing erlebt hat.
Für Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, ist der Umgang mit Cybermobbing auch eine Frage von Inklusion und Teilhabe: „Cybermobbing ist ein Problem, das viel zu viele junge Menschen betrifft – noch einmal mehr aber junge Menschen mit Beeinträchtigung. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht länger hinnehmen. Ein respektvolles Miteinander und eine gleichberechtigte Teilhabe müssen von Anfang an gelernt und gelebt werden.“
Die Schulstunde blieb dabei nicht bei der Theorie: Gemeinsam mit Expert:innen beschäftigten sich die Schüler:innen damit, wie Cybermobbing entsteht, welche Folgen es haben kann und was sie selbst dagegen tun können.
Wie die Jugendlichen das Thema einschätzen, zeigte auch eine freiwillige und anonyme Umfrage im Rahmen der Schulstunde.
Die große Mehrheit sieht Cybermobbing als ernstes Problem. Gleichzeitig zeigte sich, dass viele unsicher sind, wie sie Betroffenen konkret helfen können.
*Antworten „ja“ und „eher ja“, Werte gerundet. Freiwillige, anonyme und nicht repräsentative Umfrage im Rahmen der klicksafe Schulstunde am 17. September 2026.
Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber einen Einblick in die Wahrnehmung der Schüler:innen, die sich daran beteiligt haben. Abgestimmt wurde freiwillig und anonym per QR-Code, ohne personenbezogene Daten zu erfassen.
Gerade beim Helfen zeigt sich eine Lücke. In der Schulstunde erarbeiteten die Jugendlichen deshalb, wie schon kleine Reaktionen etwas verändern können: einen verletzenden Inhalt nicht weiterleiten, einen Post melden, Betroffenen zur Seite stehen, widersprechen oder eine erwachsene Vertrauensperson einschalten.
Dass solche Situationen emotional viel auslösen können, wurde ebenfalls deutlich. Nach einem fiktiven Mobbingfall beschrieben viele Schüler*innen ihre Reaktion als geschockt, traurig oder wütend.
Einblicke in die klicksafe-Schulstunde: Gemeinsam mit Expert:innen beschäftigten sich die Schüler:innen mit Cybermobbing und der Frage, wie sie Betroffene unterstützen können.
Autorin Jana Crämer, die auf Social Media, aber auch in Schulen über Mobbing aufklärt, weiß aus eigener Erfahrung, welche Spuren Mobbing hinterlassen kann. Sie beschreibt, wie sich mit der Zeit nicht nur der Blick auf andere, sondern auch auf sich selbst verändern kann:
Im Buch „Jede Seite an dir“ verarbeitet Jana Crämer eigene Mobbing-Erfahrungen.
„Mobbing nimmt dir jede Leichtigkeit. Du betrittst einen Raum und suchst sofort nach dem nächsten Blick, dem Lachen, der Stelle an dir, die jemand angreifen könnte. Irgendwann suchst du selbst nach Fehlern, damit du sie vor den anderen findest. Und noch schlimmer, du fängst an zu glauben, dass sie recht haben, dich fertig zu machen, ja, dass du es verdient hättest.“
Schule müsse deshalb ein geschützter Raum sein. Entscheidend sei, dass Kinder und Jugendliche wissen, an wen sie sich wenden können und dass auf Mobbing reagiert wird. „Sicherheit entsteht durch feste Ansprechpartner, schnelle Reaktionen, klare Folgen und regelmäßige Gespräche über Ausgrenzung.“
Dabei nimmt Crämer auch diejenigen in den Blick, die Mobbing beobachten: „Hilfe holen, sich dazusetzen, widersprechen, eine Nachricht schreiben. Ein einziger Mensch mit Haltung kann die ganze Situation verändern.“
Die Rekordteilnahme an der digitalen Schulstunde macht zugleich deutlich, wie groß der Bedarf an Aufklärung und Prävention ist. Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig für die Risiken digitaler Gewalt sensibilisiert und in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden. Gleichzeitig brauchen sie konkrete Handlungsstrategien und Unterstützungsangebote, um Mobbing-Dynamiken durchbrechen zu können.
Mobbing und Cybermobbing können belasten. Umso wichtiger sind Anlaufstellen und Angebote, die junge Menschen stärken und konkrete Hilfe bieten.
Damit das Thema auch nach der digitalen Schulstunde im Unterricht präsent bleibt, stehen Lehrer:innen und pädagogischen Fachkräften barrierefreie Begleitmaterialien in einfacher Sprache zur Verfügung. Sie vermitteln unter anderem, wie Schüler:innen Mobbing erkennen, Zivilcourage zeigen und ihre Medienkompetenz stärken können.
Auch die klicksafe Schulstunde setzt auf Prävention: Das interaktive Bildungsangebot greift regelmäßig Themen wie Hass im Netz, Fake News, Deepfakes oder KI auf und stärkt junge Menschen im sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.
Im Rahmen von #SagtNichtNichts kooperiert die Aktion Mensch zudem mit der Nummer gegen Kummer. Dort finden Kinder, Jugendliche und Eltern anonyme und vertrauliche Beratung per Telefon und online – auch bei (Cyber-)Mobbing.
Präsentiert von
Bilder: Aktion Mensch/Opposition Studios, Axel Heiter, Eckard Albrecht.
Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Ströer Content Group Sales GmbH in Zusammenarbeit mit Aktion Mensch e. V.,
Heinemannstr. 36, 53175 Bonn erstellt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen