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Der erste Schritt ist oft der wichtigste: Wer sich früh mit seiner Altersvorsorge beschäftigt, verschafft sich mehr Spielraum für spätere Entscheidungen.

Finanzen & Zukunft

Riester-Rente oder neues Altersvorsorgedepot? Warum Warten nicht unbedingt die beste Idee ist

2027 startet ein neues staatlich gefördertes Vorsorgemodell. Wer sich schon 2026 mit seiner Altersvorsorge beschäftigt, könnte sich zusätzliche Wahlmöglichkeiten für die Zukunft sichern.

Mal ehrlich: Altersvorsorge gehört nicht gerade zu den Themen, mit denen man sich nach Feierabend freiwillig beschäftigt. Zwischen Job, Familie, Studium, Reisen oder dem nächsten Umzug wirkt die Rente oft noch weit weg. Genau deshalb schieben viele das Thema immer wieder auf.

Doch gerade jetzt könnte es sich lohnen, genauer hinzuschauen.

Denn Anfang 2027 verändert sich die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot startet ein Nachfolgemodell für die bisherige Riester-Rente. Gleichzeitig endet die Möglichkeit, neue Riester-Verträge abzuschließen. Viele denken deshalb: Dann warte ich einfach noch ein paar Monate. Doch genau das könnte ein Fehler sein.

Darum ist 2026 ein besonderes Jahr

Wer bis Ende 2026 einen Riester-Vertrag abschließt, sichert sich nicht nur die heutigen staatlichen Vorteile. Er verschafft sich gleichzeitig etwas, das später nicht mehr möglich sein wird: zusätzliche Wahlfreiheit.

Denn bestehende Riester-Verträge bleiben auch nach der Reform erhalten. Gleichzeitig soll es künftig möglich sein, die neuen Förderregelungen auch für bestehende Verträge zu nutzen oder vorhandenes Kapital in ein Altersvorsorgedepot zu übertragen.

Das bedeutet: Wer jetzt startet, kann die aktuellen Vorteile nutzen und später immer noch prüfen, ob das neue Modell besser zur eigenen Lebenssituation passt.

Wer dagegen bis 2027 wartet, startet direkt mit dem Altersvorsorgedepot. Die Möglichkeit, einen Riester-Vertrag mit den bisherigen Förderregelungen neu abzuschließen, besteht dann nicht mehr.

Kurz erklärt: Was ist das Altersvorsorgedepot?

Mit dem Altersvorsorgedepot will die Politik die private Altersvorsorge modernisieren. Künftig sollen unterschiedliche Anlageformen möglich sein – von kapitalmarktorientierten Lösungen mit Renditechancen bis hin zu Varianten mit Garantien für Menschen, die stärker auf Sicherheit setzen.

Auch bei der späteren Auszahlung soll es flexibler werden. Neben klassischen lebenslangen Rentenzahlungen sind weitere Auszahlungsmodelle vorgesehen.

Wichtig ist dabei: Die staatlich geförderte Altersvorsorge wird nicht abgeschafft. Im Gegenteil. Die Reform ist ein klares Bekenntnis dazu, dass private Vorsorge auch künftig ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Zukunftsplanung bleiben soll.

Überblick: Was passiert wann?

Bestandsschutz: Was die Reform für bestehende Verträge bedeutet

Eine Sorge beschäftigt viele Menschen besonders: Was passiert eigentlich mit den bestehenden Verträgen?

Die Antwort ist einfach: Sie bleiben bestehen. Bereits aufgebaute Ansprüche bleiben erhalten und die bisherigen Förderregeln gelten weiter. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und werden weiterhin wie gewohnt staatlich gefördert.

Für viele Verbraucher:innen entsteht dadurch eine ungewöhnliche Situation: Sie können von den heutigen Regelungen profitieren und gleichzeitig offen für die Möglichkeiten bleiben, die ab 2027 hinzukommen.

Die Zukunft fühlt sich oft weit weg an. Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig mit der eigenen Altersvorsorge zu beschäftigen.

Warum ein früher Start einen Unterschied machen kann

Altersvorsorge ist vor allem eines: eine Frage der Zeit. Je früher Geld angelegt wird, desto länger kann es arbeiten. Deshalb kann bereits ein Jahr Unterschied langfristig Auswirkungen haben.

Hinzu kommen die staatlichen Vorteile der heutigen Riester-Förderung. Dazu gehören unter anderem:

Gerade über viele Jahre hinweg können diese Förderungen einen wichtigen Beitrag zum Vermögensaufbau leisten.

Für wen die heutige Förderung besonders interessant sein kann

Ob Riester oder später das Altersvorsorgedepot die bessere Lösung ist, hängt immer von der persönlichen Lebenssituation ab. Dennoch gibt es Gruppen, die häufig besonders von den heutigen Regelungen profitieren.

Dazu gehören vor allem Familien mit Kindern. Durch Kinderzulagen kann die staatliche Unterstützung deutlich höher ausfallen.

Auch Menschen mit geringerem Einkommen profitieren oft überdurchschnittlich von den Zulagen.

Ein weiterer Vorteil kann sich für Ehepaare ergeben. Unter bestimmten Voraussetzungen können beide Partner staatliche Zulagen erhalten, obwohl nur einer von ihnen unmittelbar förderberechtigt ist.

Darüber hinaus kann sich ein früher Einstieg insbesondere für Berufseinsteiger:innen lohnen. Wer bereits zu Beginn seines Berufslebens mit der privaten Altersvorsorge startet, profitiert von einem langen Zeitraum für den Vermögensaufbau. Zusätzlich können Berufseinsteiger:innen unter 25 Jahren von einem einmaligen Berufseinsteiger-Bonus profitieren.

Gerade junge Menschen unterschätzen häufig, welchen Unterschied ein früher Start machen kann. Wer bereits in den Zwanzigern oder Dreißigern beginnt, verschafft seinem Geld deutlich mehr Zeit, sich zu entwickeln.

Riester oder Altersvorsorgedepot? Die Entscheidung muss nicht heute fallen

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft der Reform: Wer 2026 einen Riester-Vertrag abschließt, legt sich nicht zwangsläufig für die nächsten Jahrzehnte fest.

Stattdessen entsteht die Möglichkeit, die heutigen Vorteile zu nutzen und später zu entscheiden, ob die neue Förderwelt besser zu den eigenen Zielen passt.

Welche Lösung am Ende die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab – etwa von Einkommen, Familienstand, Kinderzahl oder den persönlichen Sparzielen. Wer sich einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen möchte, kann sich von den Finanzcoaches der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) individuell beraten lassen.

Warum also heute schon Türen schließen, die man sich offenhalten könnte?

Jetzt kümmern, später entscheiden

Mit dem Altersvorsorgedepot beginnt 2027 ein neues Kapitel der staatlich geförderten Altersvorsorge.

Wer sich jedoch bereits 2026 mit dem Thema beschäftigt, kann sich zusätzliche Möglichkeiten sichern. Bestehende Riester-Verträge bleiben erhalten, die aktuellen Zulagen können noch genutzt werden und gleichzeitig bleibt die Option bestehen, später die neue Förderung in Betracht zu ziehen.

Welche Lösung am Ende die richtige ist, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab. Wer seine Möglichkeiten kennt, kann jedoch die Entscheidung treffen, die am besten zur eigenen Zukunft passt.

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